Dickesminus (-)

Hüte dich vor dem dicken Minus!

Das Gesetz der Einfachheit

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Mal wieder was aus der Kategorie “Die Theorie ist doch so einfach”:

Gerade bin ich über Roberts Beitrag zu Wer-kennt-wen auf den Spiegel-Artikel und einen interessanten Forumthread aufmerksam geworden, der unterstreicht, was ich schon lange denke und vertrete:

Die Einfachheit einer Webanwendung ist der Schlüssel zum Erfolg!

Von sich selbst auf andere zu schließen ist in meinen Augen einer der größten aber dennoch häufigsten Fehler, der bei der Planung und Realisierung von (Web-)Projekten begangen wird.

(Ich gebe zu auch bei mir ist das noch oft der Fall und ich muss mich schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen lassen, wenn ich mit “offlinern” rede)

Klar weiß ich als “Erfinder” wo man z.B. Klicken muss um sich auf meiner Seite anzumelden. Aber erkennt das auch jemand, der eine Webseite zum ersten Mal sieht?

Begriffe, die Euch und mir absolut geläufig sind wie zum Bleistift  “Tagging”, “Widget” o.Ä. sagen dem “normalen” Internetuser nun mal gar nichts. Auch Begriffe wie RSS sind noch lange kein Massenphänomen. Kurzes Beispiel: Ich nutze seit eh und je netvibes um mir jeden Tag die Nachrichten auf meine Bedürfnisse zugeschnitten anzusehen. Mein Mitbewohner, seines Zeichens Jura-Student, hat es bis heute nicht geschafft sich Bundesliga-News außerhalb des Videotextes (!!) anzeigen zu lassen, womöglich noch sortiert nach den jeweiligen Mannschaften.. Wahnsinn..

“Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht” - ein altes Sprichwort das leider bis heute nicht an Bedeutung verloren hat. Wieso sollte sich jemand, der auf altbekannte Weise an die Informationen kommt sich die Umstände machen und etwas “Neues” erlernen? Klar – weil es einfacher ist – aber ist es das wirklich wenn man sich nicht auskennt?

Jetzt kann man natürlich sagen, das ist das Ende der Innovation - das stimmt auch irgendwie. Aber das sind wir Web-Leute nicht ganz unschuldig dran, denn die grundsätzliche Offenheit ist bei vielen Anwendern durchaus verankert - man will ja auch mit der Zeit gehen.  

Zwischen einem Entwickler und einem User liegt genau ein Wort: Begeisterung. Wenn ich Begeisterung für etwas habe, dann interessiere ich mich auch überdurchschnittlich für etwas und bin somit auch bereit mehr Zeit dafür zu investieren und etwas zu lernen - logisch. Mir fällt oft auf, dass Ideen hinter neuen Webprojekten wirklich großartig sind, gut durchdacht und in der Theorie absolut erfolgreich. Nach kurzer Zeit werden solche Projekte dann eingestellt, da sie nicht angenommen werden. (Häufig Shopping-Konzepte mit anderen Vergütungsmodellen oder einer Art Payback)

Fazit: Weniger ist oft mehr.

Man sollte prinzipiell unterscheiden können: Will ich eine “Volkswebseite” oder etwas für eine spezielle Zielgruppe, der ein Interesse und benötigte Fachkenntnis vorangestellt ist?

Möchte ich eine „Volkswebseite“, ist die Einfachheit unumstritten oberstes Gebot. Kein Volks-Internetuser (allen voran wir Deutschen) kann mit Begriffen wie “Tagging”,”Widgets”, “RSS” oder Ähnlichem etwas anfangen. (Frag doch einfach mal Deine Freundin, Mutter, Schwester, deinen Bruder oder Leute die nicht “vom Fach” sind!).

Schafft man es das „Volk“ auf die eigene Webseite zu bekommen, dann nimm den User an der Hand! Zeige Ihm direkt auf der Startseite das Anmeldeformular, sag Ihm wie viele Buchstaben sein Passwort haben muss, welche Zeichen nicht erlaubt sind, etc. Auch bereits vergebene Usernamen können ja heute durch AJAX leicht bereits bei der Eingabe überprüft werden. So verliert man nicht gleich nach absenden des Formulars die seidige, neu gewonnene Motivation.

Bereits nach einer reibungslosen, kurzen Registrierung wird die Begeisterung und somit die Motivation des neuen Users steigen. Zu viele Andere haben durch schlechte Beispiele dazu sogar noch beigetragen;-)

Hat man den User schließlich auf der Webseite, so gilt ein weiteres Prinzip:

Sei intuitiv!

Wo erwartet man welchen link? Wenn ich auf eine Nachricht antworten will, suche ich dann irgendwo den “antworten” Link oder direkt unter der Nachricht? Berufe Dich auf altbewährtes! Bei jeder Fernbedienung weltweit wird man den On/Off-Knopf oben finden und jeder Anwender wird Ihn intuitiv dort suchen.

Einige Beispiele aus der Vergangenheit sind z.B. Google mit der wohl einfachsten Webseite weltweit oder auch der Ipod im verglich zu vielen anderen Mp3-Playern.

Sicher ist das für viele von Euch nichts Neues, aber zum einen will ich mir selbst das ganze so oft es geht wieder ins Gedächtnis rufen und ich hoffe damit auch einige von Euch verholfen habe, manche Dinge noch mal zu überdenken und zwar immer wieder zu überdenken, denn wir neigen dazu intuitiv zu handeln und wir denken nun mal anders ;-)

Es freut mich aber, dass wir mit unserer Registrierung auf der joinR Startseite viele andere Start-Ups inspiriert haben und es zu funktionieren scheint :-)

YourTee in Web 0.0 Look

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Moin moin! Bin gerade über deutsche-startups auf yourtee aufmerksam geworden. Nach Müsli, Hundefutter, und Energie-Riegeln war das individuelle Zusammenstellen eines Lieblingstees ja nur eine Frage der Zeit. Angesichts meiner ehemaligen ökoligisch angehauchten Mitbewohnerin, die Ihre Tee-Kiste mit ca 5 Mio verschiedenen Sorten hütete wie einen Schatz und mir damals schon bewusst wurde, dass die Tee-Trinker schon ein sehr “individuelles” Volk sind, hat es aber doch relativ lange gedauert, bis jemand das Tee-Customizing in die Tat umsetzte.

So gut ich diese Idee finde und so sehr ich auch an dieses Konzept glaube (absolut Web 3.0 in meinen Augen und nach B2B, B2C und C2C bleibt ja nur noch das Modell C2B für das neue Web), so erschrocken war ich über das Layout der Seite, wenn man hier überhaupt von Layout reden kann? Hallo? Web -1.0? Hoffentlich bekommen die Jungs bald etwas Geld zusammen um einen Grafiker anzustellen, denn die Seite hat auf jedenfall Potential, die Teetrinker sind eh alles so Hardcore-Individualisten!

Hier mal ein kleiner Screenshot via yourtee-Blog:

Dickes Minus an das Layout von YouTee.de aber auch ein dickes Plus für die Realisierung der Idee, die längst überfällig war. Deutschlands Teetrinker können jetzt endlich NOCH individueller werden:-) Viel Glück mit YourTee auf jeden Fall!

Hallo Welt!

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Jaja, ich weiß.. Es ist Prüfungszeit und ich sollte mich eher mit dem Entwerfen von kreativen Unterschleifmethoden Lernen beschäftigen, aber kennt Ihr das Gefühl, wenn ein Mann einfach tun muss, was ein Mann eben tun muss?! GENAU dieses Gefühl hatte ich gerade als ich auf meiner Couch lag und mich das Gefühl wachrüttelte, dass die Welt da draussen erfahren muss wie es einem Standard-Studenten so ergeht. Wir Studenten sind nämlich garnicht so ein faules Pack, wie von der breiten ungebildeten Masse immer angenommen wird! Nein nein - auch wir haben einen streng geregelten Tagesablauf:

0800: Wecker brüllt los “Guten Morgen, guten Morgen” von Nana Mouskouri, dann gesundes Ökofrühstück. Kaffee und Zigarette.

0815: jetzt gehts erstmal an den PC, welchen wir natürlich schon zuvor hochfahren lassen - das ist eine Art Ritual am Morgen und lässt sich auch nicht mehr abstellen egal wie sehr man unter Zeitdruck steht(!). Aha - Wieder nix passiert in den letzten zwei Stunden. Umso besser - dann kann man beruhigt in die Vorlesung gehen.

0915: Ich betrete die heiligen Hallen der Bildungselite und JA - ich tue dies berechtigter Weise!

0930: Vorlesung beginnt. Also erstmal Laptop auspacken und gemütlich machen. Mal sehen was so in der Welt geschehen ist seit 0815. Oh - die erste Schockmeldung: DAX startet im Minus! Ich bedanke mich still beim Staat, dass ich mein letztes Erspartes für Studiengebühren ausgeben durfte und nun nicht von der Aktienkrise betroffen bin. Schwein gehabt!

0945: Der Kaffee2Go vom Bäcker meines Vertrauens neigt sich dem Ende. Aufstehen. Rausgehen. Cafeteria suchen, die von allen Strebern “Uni-Fans” liebevoll “Cafete” genannt wird, wahrscheinlich aus Zeitmangel. Kaffee kaufen. Aufzug. Zurück in die Vorlesung. Haben all meine Bekannten nix zu tun, oder wieso sind alle Kontaktlisten meiner Instant Messenger von ICQ über Skype, MSN und YahooMessenger bis hin zu Googletalk so unbesiedelt? Dann halt doch im VZ ein bisschen stalken stöbern. Wenn ich mir das hier so ansehe und diese Bilder echt echt sind, hätte ich vielleicht doch Sport an der Uni München studieren sollen, die Frauenquote bei uns Wirtschaftsinformatikern liegt ja doch eher im Nano-Bereich. Aber man soll sich ja auch KONZENTRIEREN - Pech gehabt BWLer (Ihr Glückspilze).

1100: Vorlesungs Ende. Magen knurrt, also nix wie heim und was Gutes kochen! Ne - nix Mensa - das ist auch so ne Halsabschneider Mafia n- die bekomme keinen Cent von meinem nicht vorhandenen Geld.

1230: Nachdem ich doch eingeschlafen bin blabla bla blablabla bla bla. Liest überhaupt noch jemand?

Ist eigentlich auch egal. Auf jeden Fall haben wir auch wirklich was zu tun! (Hauptsächlich ab 1300 Uhr!)

Wer bekommt jetzt ein dickes Minus? Die Mensa, die BWLer und der DAX.

Für alle Morgenmuffel gibts noch was auf die Ohren!